top of page

GENDERN JA ODER NEIN?

Das Thema „Gendern“ zählt wohl zweifelsohne zu den Themen, die am meisten polarisieren. Zwischen vehementen Gegnern und lautstarken Befürwortern scheint es kaum noch Platz zu geben.

Dabei scheint es dennoch in der Bevölkerung eine klare Mehrheit dagegen zu geben. Egal, ob in Leserbriefen in österreichischen Tageszeitungen, auf Social Media oder bei Diskussionen bei einer Familienfeier am Wochenende - überall erhitzt das Thema Gendern die Gemüter und die Tonalität ist immer die gleiche. „Das nervt nur, bitte hört auf mit diesem Gendern“, heißt es da ständig.


Wieso ist das Thema dann so groß, wenn doch eigentlich die überwiegende Mehrheit dagegen ist? Laut einer KURIER-OGM-Umfrage finden 81% der Personen in Österreich, dass Gendern in der Alltagssprache nicht zielführend für die Gleichstellung von Mann und Frau ist. Dennoch findet man gegenderte Sprache in der öffentlichen Verwaltung, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und auf vielen Universitäten des Landes, zum Beispiel in Wien, darf man erst gar nicht daran denken, nicht zu gendern, sofern man keine schlechtere Note in Kauf nehmen möchte - das weiß ich selbst aus eigener Erfahrung während meiner Studienzeit.

Ist das nun also der Zug der Zeit oder nur das Durchsetzen einer politischen Agenda einer lauten Minderheit? Ich selbst habe in meiner Zielgruppe am Wochenende eine Umfrage dazu gemacht. Das Ergebnis war ganz klar: DAGEGEN. Genauso gut weiß ich aber auch, dass es einige Kolleginnen - egal welcher Branche - gibt, für die das Gendern unerlässlich ist. Nicht unbedingt als Teil ihrer politischen Haltung, sondern einfach, weil sie sich endlich mitgemeint fühlen wollen.


Doch stellt sich dennoch die Frage, ob es nicht trotzdem angebracht wäre, dass Gendern zumindest im öffentlich-rechtlichen Rundfunk einzustellen. Einer Studie des WDR zufolge, spielt für fast zwei Drittel der Befragten gendergerechte Sprache kaum oder gar keine Rolle. Ähnlich würden die Ergebnisse wohl auch in Österreich ausfallen. Nimmt man die Meinung seiner Gebührenzahler ernst, dann ist das ein klarer Auftrag an den ORF, diesen Erwartungen nachzukommen & seine Gender-Praxis zu beenden. Denn was alle bezahlen, hat auch im Namen aller zu passieren.


Am Ende des Tages halte ich das Gendern für eine Scheindebatte - enthusiastisch befeuert von so einigen Meinungsmachern und linken Parteien. Man streitet lieber über das Gendern als über die eigentlichen Fragen der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu sprechen. Worum es denn eigentlich gehen müsste? Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, endlich ehrliche Debatten rund um das Thema Kinderbetreuung, Maßnahmen gegen Altersarmut von Frauen, wie zum Beispiel ein automatisches Pensionssplitting, und noch einiges mehr. Das sind die Debatten, die wir führen müssen. Und dabei sollten wir uns auf keinen Fall auf einen Doppelpunkt ausreden.



Comments


bottom of page